Dokumenttyp: Abschlussarbeit/Doktorarbeit/Habilitationsschrift
Art der Abschlussarbeit: Dissertation
Titel: The (re)imagination of urban biodiversity. How nature-based solutions shape urban planning discourses, practices, and relations in Germany and Italy
Autor*in: Arlati, Alessandro 
Erscheinungsdatum: 28-Dez-2025
Freie Schlagwörter: Urban biodiversity; Nature-based solutions (NbS); Urban planning; Imaginaries; Discourse network analysis
Genormte Schlagwörter: StadtplanungGND
ZukunftGND
BiodiversitätGND
Zusammenfassung: 
In this dissertation, I have investigated the phenomenon of nature-based solutions (NbS) upscaling in the European Union (EU) context as a means to integrate biodiversity into urban planning. Over the past decade, a significant body of scientific and grey literature within urban planning has emerged, emphasizing the imperative of upscaling nature-based solutions in an era characterized by the climate crisis and pervasive future uncertainty. This trend aims to foster rapid and broad institutional change. As part of the Research Training Group “Urban future-making: professional agency across time and scale” at HafenCity University Hamburg, this dissertation contributes to a deeper understanding of NbS upscaling as a collective process. It seeks to define, stabilize, and actualize a specific urban future imaginary grounded in biodiversity. The concept of social imaginary illuminates the inherent tensions among built-environment professionals when deliberating potential urban futures. Each imaginary supports distinct perspectives on problems and appropriate solutions, underscoring their performative capabilities. I propose an analytical framework comprising three discrete yet interconnected perspectives: discourses, practices, and relations.
Through four independent but related publications, I examined the discourses, practices, and relations surrounding NbS upscaling in urban planning within the European Union context. The findings indicate a pronounced inclination towards NbS upscaling for integrating biodiversity into urban planning; however, built-environment professionals seldom address NbS explicitly, opting instead for general references to urban biodiversity. Initially, these professionals appear to constitute a cohesive discourse coalition advocating for the integration of biodiversity into urban planning.
Nevertheless, through the analytical lens of discourses, the results reveal a failure by both builtenvironment professionals and laypersons to translate their discussions into decisions that challenge the established planning systems. The practice lens highlights various ‘sites’ where built-environment professionals establish novel practices for urban biodiversity, albeit with varying degrees of legitimacy and legal enforceability. However, knowledge exchange among the proponents of these practices is limited, thereby restricting inter-site learning. Finally, the relations lens reveals no significant divergence in political orientations concerning support for urban biodiversity integration into urban planning. Consequently, relations tend to disaggregate rather than aggregate ideas, contributing to discourse polarization through the introduction of novel information and perspectives.
This dissertation underscores the necessity of fundamentally re-evaluating how built-environment professionals conceptualize and perceive urban biodiversity. This re-evaluation should be fostered through continuous dialogue encompassing past experiences, current actions, and future-oriented planning, critically examining which meanings and forms of biodiversity ought to be pursued, while rejecting the inclination towards innovation at any cost. Enhancing public knowledge regarding urban biodiversity and disseminating this information more widely are fundamental steps toward initiating a meaningful discourse on the essence of urban biodiversity and the role built-environment professionals are prepared to assign to it in shaping the city’s future.

In dieser Dissertation untersuchte ich das Phänomen der Hochskalierung naturbasierter Lösungen (nature-based solutions – NbS) im Kontext der Europäischen Union (EU) als Mittel um Biodiversität in die Stadtplanung zu integrieren. Im Bereich der Stadtplanung hat in den letzten 10 Jahren die wissenschaftliche und graue Literatur stark zugenommen, die nahelegt, dass die Hochskalierung von Lösungen in Zeiten, die von Klimakrise und der Unsicherheit über die Zukunft beherrscht werden, unerlässlich ist, um einen breiteren institutionellen Wandel so schnell wie möglich zu fördern. Als Teil des Graduiertenkollegs „Urban future-making: professional agency across time and scale“ an der HafenCity Universität Hamburg fördert diese Dissertation das Verständnis von NbS-Hochskalierung als einen kollektiven Prozess zur Definition, Stabilisierung und Umsetzung einer spezifischen urbanen Zukunftsvorstellung auf der Grundlage von Biodiversität. Das Konzept der sozialen Vorstellungswelt verdeutlicht die Spannungen zwischen Fachleuten aus dem Bereich der gebauten Umwelt bei ihrer Diskussion über mögliche städtische Zukünfte. Jede Vorstellungswelt (imaginary) unterstützt spezifische Vorstellungen darüber, was das Problem ist und was die richtige Lösung sein sollte, und unterstreicht damit seine performative Wirkmacht. Ich schlage einen analytischen Rahmen vor, der sich aus drei verschiedenen, aber miteinander verknüpften Linsen zusammensetzt: Diskurse, Praktiken und Beziehungen.
Ich habe Diskurse, Praktiken und Beziehungen im Zusammenhang mit der Hochskalierung von NbS in der Stadtplanung im EU-Kontext in vier unabhängigen, aber miteinander verbundenen Veröffentlichungen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass es zwar einen starken Wunsch nach einer Ausweitung von NbS gibt, um die Biodiversität in die Stadtplanung einzubeziehen, dass aber Fachleute aus dem Bereich der gebauten Umwelt selten spezifisch über NbS sprechen; stattdessen neigen sie dazu, sich allgemein auf die Biodiversität in Städten zu beziehen. Auf den ersten Blick scheinen diese Fachleute eine einheitliche Diskurskoalition zu bilden, die die Integration der Biodiversität in die Stadtplanung schätzt. Durch die analytische Linse der Diskurse zeigen die Ergebnisse jedoch, dass sowohl Fachleute aus dem Bereich der gebauten Umwelt als auch Laien ihre Diskussionen nicht in Entscheidungen umsetzen, die die bestehenden Planungssysteme in Frage stellen. Der Blick auf die Praktiken hebt verschiedene ‚sites‘ hervor, an denen Fachleute aus dem Bereich der gebauten Umwelt neue Praktiken der städtischen Biodiversität einführen, wenn auch mit unterschiedlichem Grad an Legitimität und rechtlicher Durchsetzbarkeit. Das Lernen zwischen diesen ‚sites‘ ist jedoch aufgrund des geringen Wissensaustauschs zwischen den Trägern solcher Praktiken begrenzt. Abschließend zeigt der Blick auf die Beziehungen, dass es keine signifikanten Unterschiede in den politischen Orientierungen hinsichtlich der Unterstützung der Integration der städtischen Biodiversität in die Stadtplanung gibt. Der Schwerpunkt der Beziehungen liegt also eher auf der Trennung als auf der Verbindung von Ideen, was dazu führt, dass der Diskurs durch die Einführung neuer Informationen und Perspektiven polarisiert wird.
In dieser Dissertation wird auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Art und Weise, wie Fachleute im Bereich der gebauten Umwelt urbane Biodiversität verstehen und wahrnehmen, grundlegend zu überdenken. Dies soll durch einen ständigen Dialog zwischen vergangenen Erfahrungen, gegenwärtigen Maßnahmen und zukunftsorientierten Planungen geschehen, der die Frage aufwirft, welche Bedeutungen und Formen von Biodiversität angestrebt werden sollten, und der der Versuchung widersteht, um jeden Preis innovativ zu sein. Die Verbesserung des Wissens über die urbane Biodiversität und die Vermittlung dieses Wissens an eine breitere Öffentlichkeit sind grundlegende Schritte, um eine sinnvolle Diskussion darüber anzustoßen, was urbane Biodiversität ist und welche Rolle Fachleute aus dem Bereich der gebauten Umwelt bereit sind, ihr bei der Planung der Zukunft der Stadt zuzuweisen.
Sachgruppe (DDC): 710: Landschaftsgestaltung, Raumplanung
HCU-Fachgebiet / Studiengang: Stadt- und Regionalökonomie 
Akademische Betreuer*in: Grabher, Gernot 
Zweitbetreuer*in: Thiel, Joachim 
Nagel, Melanie
URN (Zitierlink): urn:nbn:de:gbv:1373-repos-14783
Direktlink: https://repos.hcu-hamburg.de/handle/hcu/1138
Projekt: DFG Graduiertenkolleg 2725: Urban future-making: Professional agency across time and scale
Sponsor / Fördernde Einrichtung: Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG)
Sprache: Englisch
Zugehörige Forschungsdaten und Publikationen: https://doi.org/10.14361/9783839474679-005
https://doi.org/10.1016/j.futures.2024.103403
https://doi.org/10.1038/s44168-025-00249-y
https://doi.org/10.3390/su13052572
Creative-Commons-Lizenz: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/
Enthalten in der SammlungPublikationen (mit Volltext)

Dateien zu dieser Ressource:
Datei Beschreibung GrößeFormat
2025-12-28_arlati-alessandro_dissertation_v1.pdf15.47 MBAdobe PDFÖffnen/Anzeigen
Internformat

Seitenansichten

60
checked on 20.01.2026

Download(s)

8
checked on 20.01.2026

Google ScholarTM

Prüfe

Export

Diese Ressource wurde unter folgender Copyright-Bestimmung veröffentlicht: Lizenz von Creative Commons Creative Commons